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25.06.2026 | ab 17:30 Uhr | XAAS, Kobestr. 7, Hamburg Hafencity
Am 25. Juni 2026 lud XAAS gemeinsam mit Layer3 Consulting zur ersten XAAS Afterhours nach Hamburg ein, die sich am Rande der ISC High Performance um das Thema Secure Open Infrastructure for Next-Gen Workloads drehte.
Rund 30 IT-Verantwortliche und Architekten aus der öffentlichen Verwaltung diskutierten entlang der These, die den Abend trug: Was sich im High-Performance-Computing seit Jahren bewährt, ist die belastbarste Blaupause für die kommende Welle an AI- und datengetriebenen Workloads.
Daniel Menzel (Menzel IT) – OpenStack als Betriebsmodell für High-Performance-Workloads
Mit Daniel Menzel hatten wir einen der profiliertesten HPC-Praktiker Deutschlands am Mikrofon. Der studierte Elektroingenieur betreibt mit seinem Team rund 1.000 Hardware-Nodes für Kunden aus Forschung, Mittelstand und Behörden – konsequent auf Open Source. Als hochleistungsnerd vermittelt er sein Fachgebiet auch öffentlich über einen eigenen YouTube-Kanal.
Für uns ordnete er aus seiner Praxis zunächst die Ökonomie ein: Training und Inferenz stellen grundverschiedene Anforderungen – von GPUs jenseits von 40.000 Euro pro Karte im Training bis zu deutlich genügsameren Inferenz-Systemen. Daraus leitete er den eigentlichen Punkt ab: HPC und Cloud folgen gegensätzlichen Paradigmen – das eine auf maximale Leistung getrimmt, das andere auf Standardisierung, Mandantentrennung und Self-Service. OpenStack führt beide Welten zusammen und bringt den vollständigen Service-Layer gleich mit: Load Balancing, Routing, Floating IPs, VPN, Fileshares und GPU-Flavors. Leistung lasse sich dabei gezielt über drei Ebenen steuern – Virtualisierung, OpenStack und Deployment-Framework.
Ilja Livenson (OpenNode) – Governance für souveräne AI auf OpenStack
Mit Ilja Livenson stand einer der Köpfe hinter Waldur auf der Bühne – der Open-Source-Plattform, die er seit rund einem Jahrzehnt bei OpenNode und an der Universität Tartu mitentwickelt. Sein Arbeitsfeld reicht von der estnischen Regierungscloud bis zu einigen der größten Forschungs- und AI-Rechenzentren Europas, was ihm einen seltenen Blick auf souveräne Infrastruktur im Produktivbetrieb verschafft.
Er verlagerte den Blick auf die Steuerungsebene. Digitale Souveränität werde von vier Kräften erzwungen: regulatorische Anforderungen an die Datenhaltung (GDPR, EU AI Act, NIS2), öffentliche Investitionen wie die EuroHPC AI Factories, wachsende Lock-in-Müdigkeit und der Anspruch auf lückenlose Nachweisbarkeit. Seine Kernaussage: OpenStack liefert souveräne Infrastruktur, aber noch keine Plattform. Diese Lücke schließt Waldur als Governance-Schicht – Onboarding, Marketplace, Quotas, Identity, Policy und Billing – ohne selbst im Datenpfad zu liegen. So wird aus knappem AI-Compute eine steuerbare, abrechenbare und auditierbare Ressource. Dass das Modell trägt, belegen produktive Installationen wie die estnische Regierungscloud Riigipilv, die EuroHPC-Föderation, CSCS und der britische AI-Supercomputer Isambard-AI.
Panel „Two Sides of the Same Cloud“, moderiert von Alexandra Heinrich
Im abschließenden Panel führten Daniel und Ilja Infrastruktur- und Governance-Perspektive zusammen. Zwei Befunde prägten die Diskussion. Erstens: Souveränität scheitert nicht am fehlenden OpenStack-Know-how im eigenen Haus. Wo die Tiefe fehlt, lässt sich der Betrieb als Managed Service einkaufen, ohne die Kontrolle über Daten und Plattform aufzugeben. Entscheidend ist die Trennung zwischen „selbst betreiben“ und „selbst bestimmen“ – und genau hier entsteht eine Rolle für IT-Dienstleister, die souveränen OpenStack-Betrieb übernehmen und Souveränität so im öffentlichen Raum halten. Zweitens: Im Vergleich zu Alternativen wie KubeVirt ist OpenStack heute die reifste verfügbare Basis für souveräne Infrastruktur – nicht die modischste, aber die mit dem belastbarsten Betriebsmodell und der größten Tiefe.
Der fachliche Teil ging anschließend in Grillen und Networking über.
Die Fotos des Tages hat Lorenz Damm erstellt.
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