19.05.2026 | ab 14:30 Uhr | Botschaft Estland, Hildebrandstr., Berlin
IT-Dienstleister auf dem Weg zum Enabler?
Rund 40 Gäste aus dem Public Sector, eine pointierte Keynote von Carola Heilemann-Jeschke (CIO Bremen) und ein Panel, in dem Auftraggeber- und Betreibersicht unverstellt aufeinandertrafen. Im Zentrum: der Deutschland-Stack als Umbau der Geschäftsmodelle öffentlicher IT-Dienstleister.
Gemeinsam mit Net Group und OpenNode haben wir gezeigt, wie föderale Plattformen offen und EIF-konform gedacht werden, vom kommunalen Self-Service bis zum Supercomputer. Die Bilder des Abends gibt es auf dieser Seite.
Inhaltlicher Rückblick
Frau Heilemann-Jeschke hat in ihrer Keynote den Rahmen gesetzt, an dem sich die Diskussion des Nachmittags entzündete: Der Deutschland-Stack ist weniger ein technisches Zielbild als ein Umbau der Geschäftsmodelle öffentlicher IT-Dienstleister. Wer das Vollsortiment verteidigt, verteidigt damit nicht zwangsläufig digitale Souveränität. Wir danken Frau Heilemann-Jeschke ausdrücklich für die pointierte und mutige Eröffnung.
Im anschließenden Panel unter Moderation von Frau Matinyan diskutierten Marco Anschütz (CIO Mecklenburg-Vorpommern), Dennis Nikolaisen (Programmleiter Cloud-Transformation, Dataport), Markus Keller (Büro Berlin, AKDB) und Isabell Weiß (CISO Schleswig-Holstein), was die Erwartungshaltung des Deutschland-Stacks für öffentliche IT-Dienstleister konkret bedeutet.
Sichtbar wurden dabei drei Spannungsfelder, die die Diskussion über den Nachmittag hinaus tragen werden: Eigenständigkeit gegen Anschlussfähigkeit im Föderalismus, die neuen Rollen zwischen Plattformbetreiber, Integrator und Enabler, sowie die kulturellen und organisatorischen Hürden, die selten in der IT, aber regelmäßig in Fachressorts und Beschaffungsroutinen sitzen.
Den Panelistinnen und Panelisten gilt unser besonderer Dank dafür, dass sie ihre Perspektiven so offen und unverstellt eingebracht haben.
Im Impulsvortrag von Herrn Gauda wurde Ungewissheit als Designprinzip für föderale Plattformen aufgerufen. Nicht als Risiko, das man wegrechnet, sondern als die Linse, durch die Architekturentscheidungen heute zu treffen sind. Die Frage verschiebt sich damit von „Welches System brauchen wir?“ hin zu „Welches System hält morgen noch Optionen offen?“ Daran schlossen drei sehr konkrete Werkzeuge an, mit denen Architekturen unter Ungewissheit gesteuert werden können: Vorhersagen dort treffen, wo sie seriös möglich sind, Optionen offenhalten und die Kosten des Irrtums durch Transparenz und Automatisierung senken. Im Anschluss wurde gezeigt, wie sich diese Logik in der Plattform Waldur als gelebtes Beispiel wiederfindet.
In den Praxisberichten von Herrn Voss und Herrn Livenson wurden mehrere Beispiele aus Estland und Europa gezeigt, in denen Verwaltungsplattformen mit Waldur aufgebaut sind — von kommunalen Self-Service-Portalen bis zum britischen AIRR-Supercomputer.
Sichtbar wurde dabei, woran sich digitale Transformation aus Kundensicht messen lässt: Dienste, die der Kunde selbst per Klick statt per Ticket bestellt; eine kohärente Oberfläche über heterogene Cloud-Umgebungen hinweg; Bestellung, Abrechnung und Vertrag als Teil derselben Bestellstrecke; und ein Marktplatz, der private wie öffentliche Anbieter aufnehmen kann, um auch regionale, privatwirtschaftlichen Akteuren die Möglichkeit zu bieten, ihre digitalen Services auf standardisierten, öffentlichen Infrastrukturen anzubieten.
Damit schließt sich der Bogen zur Keynote: Mit Bausteinen wie Waldur lässt sich der Umbau der Geschäftsmodelle Schritt für Schritt gestalten— anschlussfähig, ohne Festlegung, nachnutzbar dort, wo erste Häuser bereits begonnen haben. Wer einen genaueren Blick werfen möchte: das Open Source Observatory der EU gibt einen unabhängigen Einstieg, und gern stehen die Co-Hosts für ein vertiefendes Gespräch zur Verfügung.
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Präsentationen
Operating the Platform State – Impuls Gauda
Operating the Platform State – Waldur – Livenson
weiterführende Links & Dokumente
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